Flyer zur Vortragsreihe
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Vortragsreihe

 

"Wasser - Lebensgrundlage und Konfliktstoff"

 

Veranstalter:

Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft (BWG)

Julius Kühn-Institut (JKI)

Johann Heinrich von Thünen-Institut (TI)

Technische Universität Braunschweig (TU BS)

 

Termine:

10.08., 04.09., 04.10., 07.10.2017,

jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr

 

Veranstaltungsort:

Haus der Wissenschaft, Aula (3. OG)

Pockelsstraße 11, 38106 Braunschweig

 

Mit der Vortragsreihe will die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft mit ihren Partnern den Blick für verschiedene Aspekte rund um die Bedeutung des Wassers für die Gesellschaft schärfen. Nationale und internationale Fachleute zeigen, wie ihre Expertise hilft, die Ressource Wasser hier und in anderen Ländern zu schützen und innerstaatliche sowie zwischenstaatliche Konflikte ums Wasser beizulegen. Beiträge zur Abwasserbehandlung und Wiedernutzung in Braunschweig sowie eine Exkursion betonen die regionale Seite des Themas.

 

70% der Erde sind mit Wasser bedeckt. Weil das Süßwasser jedoch ungleich verteilt ist, ist es nicht überall ausreichend verfügbar. Ein Zehntel der Menschheit hat derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und einem Drittel fehlt die sanitäre Basisversorgung.

Der Zugang zu Trinkwasser, die umwelt- und gesundheitsgerechte Behandlung von Abwasser und dessen mögliche Wiedernutzung sind Schlüssel-faktoren für die nachhaltige Entwicklung der menschlichen zivilisation. Die Wasser- und Sanitärversorgung ist ein langjähriges zentrales Arbeitsfeld internationaler Entwicklungszusammen-arbeit.

 

Die Vortragsreihe "Wasser - Lebensgrundlage und Konfliktstoff" will den Blick für die verschiedenen Aspekte rund um die Bedeutung des Wassers für die Gesellschaft schärfen.

Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen, mit den Experten ins Gespräch zu kommen.

 

 

Vortragsprogramm

Beginn: jeweils 19.00 Uhr

 

4. Termin: Donnerstag, den 10. August 2017

 

Wasser als Konfliktstoff

 

- Anrainerprobleme:

 

Prof. a. D. Dr. Ulrich Menzel

ehem. Institut für Sozialwissenschaften, TU Braunschweig, Mitglied der BWG

 

"Verteilungskonflikte um das Wasser grenz-überschreitender Flüsse"

Weil Oberflächengewässer  Allmendegüter sind, herrscht oft Rivalität zwischen den Nutzern - insbesondere im Falle von grenzüberschreitenden Gewässern. Harte Konflikte entstehen, wenn der Wasserverteilungskonflikt in andere Konflikte eingebettet ist und Machtungleichgewichte zur Selbsthilfe auf Kosten der anderen Anrainer verleiten. Am  Beispiel von Nil und Jordan wird vorgestellt, wie solche Konflike auf kooperative Weise eingehegt werden können.

 

- Water-Footprint:

 

Prof. Dr. Bülent Topkaya

Dept. of Environmental Engineering, Akdeniz University Antalya

 

"Nachhaltige wasserwirtschaftliche Entwicklung im Euphrat-Tigris-Becken"

 

Im Euphrat-Tigris-Becken gibt es ernsthafte Wassermanagementprobleme zwischen den Anrainerstaaten. Da die Forderungen der Länder die vorhandenen Wasserressourcen übersteigen, liegt ein schwerer Konflikt zwischen den Staaten der Einzugsgebiete bezüglich der Zuteilung von Wasser vor. Durch Anwendung der Wasser-Fußabdruck- Methode könnte das vorhandene Potenzial der Flüsse ausreichen, um aktuelle und zukünftige Anforderungen der Anrainerstaaten zu decken.

 

5. Termin: Montag, den 4. September

   

Wasser und Pflanze

 

- Wasserwerk Wald:

 

Dr. Jürgen Müller

Institut für Waldökosysteme, Thünen-Institut Eberswalde

 

"Die Rolle der Baumarten im Landschafts-wasserhaushalt"

Vor dem Hintergrund eines geringer werdenden Wasserdargebotes einerseits und der guten Qualität des Sickerwassers unter Wald andererseits stellt sich zunehmend die Frage nach der wasserwirtschaftlichen Leistung des Waldes im Landschaftswasserhaushalt. Die Bedeutung gerade der Waldareale als Wasser-lieferanten hat deshalb wesentlich zugenommen. Die Produktion von Wasser in Qualität und Menge ist nach der Holzproduktion die wichtigste materielle Leistung des Waldes.

 

- Pflanzenzüchtung:

 

Prof. Dr. Frank Ordon

Resistenzforschung und Stresstoleranz, Julius Kühn-Institut Quedlinburg

 

"Anpassung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen an Trockenstress - Pflanzenzüchterische Möglichkeiten"

Zunehmende Trockenperioden, insbesondere in den Frühsommer- und Sommermonaten,  erfordern die genetische Anpassung unserer Kulturpflanzen an sich verändernde Produktionsbedingungen. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen der Pflanzenzüchtungsforschung und der Pflanzenzüchtung heute eine Vielzahl molekularer und biotechnologischer Verfahren zur Verfügung, deren Einsatzmöglichkeiten zur Verbesserung der Trockenstresstoleranz bzw. Wassernutzungseffizienz an ausgewählten Beispielen aufgezeigt werden.

 

6. Termin: Mittwoch, den 4. Oktober 2017

   

Schadstoffe im Wasser

 

- Spurenstoffe:

      

Prof. Dr. Klaus Kümmerer

Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltwelt-chemie, Leuphana Universität Lüneburg

 

"Unser aller tägliche Spurenstoffe - Wie können wir das Wasser davor schützen?"

Mit der Abwasserreinigung konnte der Eintrag von Stoffen in unsere Gewässer deutlich verringert werden. Zwischenzeitlich mussten wir aber lernen, dass es nicht mehr große Mengen einiger weniger Stoffe sind, die unsere Gewässer und Wasservorräte verschmutzen, sondern eine Unzahl von Stoffen in sehr niedriger Konzentration. Sehr oft handelt es sich um Stoffe aus Produkten, die wir täglich nutzen und deren Eintrag ins Abwasser unvermeidlich mit ihrer Nutzung verbunden ist. Was können wir tun?"

 

Prof. Dr. mult. Dr. h. c. Ewald Schnug,

Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde, Julius Kühn- Institut Braunschweig

 

„Wie schützen wir Grund- und Trinkwasser vor der Landwirtschaft?“

Landwirtschaftliche "Gefährder" Nr. 1 für Grund- und Trinkwasser sind Düngemittel, insbesondere Nitrat aus Wirtschafts- und Handelsdüngern. Abhilfe sollen betriebliche Nährstoffbilanzen bringen, tun es aber nicht, weil wirksame ordnungsrechtliche Maßnahmen fehlen. Uran aus mineralischen Phosphordüngern belastet zunehmend das Wasser. Dies Problem kann  bei der Düngemittelherstellung wirkungsvoll gelöst werden. Toxine und Krankheitserreger in Recycling-düngern können durch Verbrennung beseitigt werden.

 

Zusatzprogramm Exkursion

 

7. Termin: Samstag, den 7. Oktober 2017, 8.00 bis

18.00 Uhr                    

 

Prof. Dr. mult. Dr. h. c. Ewald Schnug und

Prof. Dr. Otto Richter, Präsident der BWG

   

Ganztägige, Experten-geführte wissenschaftliche Exkursion zu

 

"Bergbau im Harz und Schwermetalle im Wasser",

 

einschließlich Besuch des Oberharzer Wasserregals, der Harzwasserwerke und der Granetalsperre.

 

Fahrtkosten ca. 30,00 EUR pro Person; Zahlung per Vorkasse;

Mindestteilnehmerzahl: 35 (bei Nichtzustande-kommen der Mindestteilnehmerzahl wird das Geld zurückerstattet).

Anmeldung bitte per email bis zum 31. Juli 2017 an:

info@bwg.niedersachsen.de

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bereits gehaltene Vorträge:

 

1. Termin: Montag, den 22. Mai 2017

   

Woher kommt das Wasser?

 

- global:   

 

Prof. Dr. Bernd Diekkrüger

Geographisches Institut, Universität Bonn

 

"Faktor Mensch im globalen Wasserkreislauf" 

Das Wasser befindet sich in einem permanenten Kreislauf. Es zirkuliert auf der regionalen und der globalen Skala. Der Mensch passt sich dem an, verändert jedoch auch die Wege des Wassers in vielfacher Weise. Klimawandel und Landnutzung sind für häufiger auftretende Dürren und Hochwasser verantwortlich.

Der Vortrag zeigt an Beispielen aus verschiedenen Erdteilen, wie der Mensch in den globalen Wasserkreislauf eingreift und welche Folgen das hat.

 

- regional:

 

Dr. Christoph Donner

Harzwasserwerke GmbH, Hildesheim

 

"Ist regionale Trinkwasserversorgung konfliktfrei?"

Talsperren, Hochwassermanagement, Trinkwasser-gewinnung, -aufbereitung und -verteilung sowie die Unterhaltung und  der Betrieb des Weltkulturerbes Oberharzer Wasserregal sind Kernkompetenzen der Harzwasserwerke GmbH. Es werden Heraus-forderungen und Konflikte dargestellt. Die Themen Nitrat, anthropogene Spurenstoffe, Klimawandel, konkurrierende Nutzung und Asset-Management werden angeschnitten. Es gilt, die Bedürfnisse der Nutzer befriedigend abzudecken.

 

2. Termin: Donnerstag, den 8. Juni 2017

Wasserrecycling und Reinigung

 

- Braunschweiger Modell:

 

Andreas Hartmann

Stadtentwässerung Braunschweig GmbH

 

"Das Braunschweiger Modell zur Wassersammlung, -reinigung und -nutzung"

Das Regen- und Schmutzwasser der Stadt Braunschweig wird nach Behandlung und Reinigung größtenteils landwirtschaftlich genutzt. Deshalb hat das Recycling der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor einen hohen Stellenwert. Abwasser und Klärschlamm werden als Schadstoffsenke betrachtet. Zahlreiche Maßnahmen sind nötig, um gesetzliche Grenzwerte deutlich zu unterschreiten. Das gelingt dank über 100-jähriger Erfahrung und ist gesellschaftlich akzeptiert.

 

- Viren/Legionellen:

 

Prof. Dr. Karl-Heinz Rosenwinkel

Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfall-technik, Leibniz Universität Hannover, Mitglied der BWG

 

"Viren und Legionellen im Wasserkreislauf"

Wie groß sind die Gefahren durch den Eintrag von Viren und Legionellen in Gewässer aus Kläranlagen und Kanalnetzen? Der Experte für Siedlungswasser-wirtschaft beschreibt aktuelle Untersuchungen zu den Krankheitserregern in Abwasseranlagen. Er erläutert, welche Gefahren ihr Eintrag in den Wasserkreislauf birgt. Die Vorstellung neuer Forschungsergebnisse zur analytischen Bestimmung sowie Maßnahmen zur Vermeidung der Gefährdung runden die Präsentation ab.

 

3. Termin: Montag, den 10. Juli 2017

Wasserresourcenmanagement

 

- Projekt Vietnam:

 

Prof. Dr. Günter Meon

Leichtweiß-Institut für Wasserbau, TU Braunschweig

 

"Wasser als internationales Gut in Vietnam"

Es wird ein Überblick zum deutsch-vietnamesischen Forschungsverbund EWATEC-COAST gegeben. Im Verbund wurde unter anderem ein modellbasiertes Managementsystem für ein stark verschmutztes Flussgebiet südöstlich von Saigon entwickelt. Hierzu trugen die Teilprojekte Meteorologie und Klimawandel, Oberflächenwasser, Grundwasser, Küstenschutz, Mangrovenökosysteme und aquatische Organismen bei. Das System wird von Umwelt-behörden zur Planung eingesetzt.  

 

- Capacity Building:

 

Prof. em. Dr. mult. Dr. h. c. Müfit Bahadir

Leichtweiß-Institut für Wasserbau, Exceed Program, TU Braunschweig, Mitglied der BWG

 

"Internationale Kooperation und Capacity Building für Nachhaltige Wasserwirtschaft"

Für die nachhaltige Entwicklung in der Dritten Welt ist sauberes Süßwasser essenziell. Für ihre Wasserwirtschft benötigen die Länder bzw. Regionen angepasste Technologien. Durch den Aufbau von Nord-Süd und Süd-Süd-Netzwerken tragen  Braunschweiger Wissenschaftler zum Wissenstransfer sowie zur Bildung und Ausbildung bei. Aktuelle Projekte zeigen, dass eine Verbesserung der Lebensbedingungen entscheidend zur Minderung politischer und sozialer Unruhen beitragen kann.

 

Vortragsreihe

"Wasser - Lebens-grundlage und Konflikt-stoff"

 

Do., 10.08., Mo., 04.09., Mi., 04.10.,  

jeweils 19.00 Uhr

Sa., 07.10.: Exkursion

Zeit: 8.00 - 18.00 Uhr

 

Veranstaltungsort:

Haus der Wissenschaft

Pockelsstraße 11

38106 Braunschweig

Akademie-Vorlesungen im Schloss "Wellen - Phänomen und Symbol"

 

Kulturinstitut der Stadt Braunschweig, Roter Saal, Schlossplatz 1

38100 Braunschweig

 

Mi., 27.09.,

Mi., 25.10.,

Mi., 15.11.

 

jeweils 18.30 Uhr

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