Vortragsreihe

 

"Wasser - Lebensgrundlage und Konfliktstoff"

 

Veranstalter:

Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft (BWG)

Julius Kühn-Institut (JKI)

Johann Heinrich von Thünen-Institut (TI)

Technische Universität Braunschweig (TU BS)

 

Veranstaltungsort:

Haus der Wissenschaft, Aula (3. OG)

Pockelsstraße 11, 38106 Braunschweig

 

 

Obwohl 70% der Erde mit Wasser bedeckt ist, ist die Verfügbarkeit von Süßwasser stark eingeschränkt und es ist auf der Erde ungleich verteilt. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und die umwelt- und gesundheitsgerechte Behandlung von Abwasser und dessen mögliche Wiedernutzung gehören zu Schlüsselfaktoren der Nachhaltigen Entwicklung der Gegenwart. Ein Zehntel der Menschen auf unserer Erde haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und ein Drittel keine sanitäre Basisversorgung. Die Wasser- und Sanitärversorgung ist daher ein zentrales Element für die nachhaltige Entwicklung weltweit und ein wichtiges Arbeitsfeld der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

 

Mit ihrer Vortragsreihe „Wasser – Lebensgrundlage und Konfliktstoff“ möchte die Braunschwei­gische Wissenschaftliche Gesellschaft die verschiedenen Seiten und die Bedeutung von Wasser für das Leben auf der Erde und für unsere moderne Zivilisation auch im internationalen Kontext darstellen und mit Teilnehmern an den Vorträgen diskutieren. Mit einem Beitrag über die Abwasserbehandlung und Wiedernutzung in Braunschweig sowie einer Exkursion zu Harzwasserwerken und zum „Harzer Wasserregal“ werden insbesondere die regionalen Aspekte zu diesem wichtigen Thema vorgestellt.

 

 

Vortragsprogramm

 

Beginn: jeweils 19.00 Uhr

 

1. Montag, den 22. Mai 2017

   

Woher kommt das Wasser?

 

- global:   

 

Prof. Dr. Bernd Diekkrüger

Geographisches Institut, Universität Bonn

 

"Anthropogene Beeinflussung des globalen Wasserkreislaufs" 

Das Wasser befindet sich in einem permanenten Kreislauf und zirkuliert dabei auf der regionalen und der globalen Skala. Der Mensch passt sich dem an, modifizierte aber auch die Wege des Wassers in vielfacher Weise. Der Klima- und Landnutzungswandel sind dabei für immer häufiger auftretende Extreme wie Dürren und Hochwasser verantwortlich. In dem Vortrag werden der globale Wasserkreislauf und dessen anthropogene Beeinflussung anhand von Beispielen aus verschiedenen Regionen diskutiert.

(Ein allgemeiner Vortrag über den Wasserkreislauf sowie die Wasserverfügbarkeit und dessen anthropogene Beeinflussung)

 

- regional:

 

Dr. Christoph Donner

Harzwasserwerke GmbH, Hildesheim

 

"Ist regionale Trinkwasserversorgung konfliktfrei? Ein Blick aus der Perspektive eines Wasserversorgungsunternehmens"

Nach der Einführung über die Harzwasserwerke (Themenfelder Talsperren, Hochwassermanagement, Trinkwassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung) erfolgt aus Sicht der Harzwasserwerke die Darstellung verschiedener Herausforderungen/ Konfliktsituationen. Hierbei wird besonders auf die Themen Nitrat im Grundwasser, anthropogene Spurenstoffe, Klimawandel/Wasserdargebot und konkurrierende Nutzung, Assetmanagement, zukunftsfähige Wasserversorgung eingegangen.

Trinkwasserversorgung hat globale und regionale Konflikte bzw. Herausforderungen, auf beiden Ebenen geht es darum, die Bedürfnisse der Nutzer befriedigend abzudecken.

 

2. Donnerstag, den 8. Juni 2017

Abwasserbehandlung und Wiederbenutzung

 

- Braunschweiger Modell:

 

Andreas Hartmann

Stadtentwässerung Braunschweig GmbH, BS/Engergy Group

 

"Wassersammlung, -reinigung und -nutzung: Das Braunschweiger Modell"

Regen- und Schmutzwasser aus dem Ballungsgebiet der Stadt Braunschweig wird zum großen Teil nach Behandlung und Reinigung landwirtschaftlich genutzt. Dabei ist neben der Ressource Wasser das Recycling der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor für die Landwirtschaft von Bedeutung. Abwasser und Klärschlamm werden als Schadstoffsenke betrachtet. Deshalb sind zahlreiche Maßnahmen nötig, um gesetzliche Grenzwerte deutlich zu unterschreiten. Das gelingt in Braunschweig aufgrund über 100-jähriger Erfahrung und ist gesellschaftlich akzeptiert.

 

- Viren/Legionellen:

 

Prof. Dr. Karl-Heinz Rosenwinkel

Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik, Leibniz Universität Hannover, MBWG

 

"Viren und Legionellen im Wasserkreislauf"

Wie groß sind die Gefahren durch den Eintrag von Viren und Legionellen in Gewässer aus Kläranlagen und Kanalnetzen? In dem Beitrag wird auf aktuelle Untersuchungen zu Viren und Legionellen in Abwasseranlagen, die Möglichkeiten der Elimination und die Gefahren durch einen Eintrag in den Wasserkreislauf eingegangen. Es werden neue Forschungsergebnisse zur analytischen Bestimmung sowie auch Maßnahmen zur Vermeidung der Gefährdung vorgestellt.

 

3. Montag, den 10. Juli 2017

Wasser als internationales Gut

 

- Projekt Vietnam:

 

Prof. Dr. Günter Meon

Leichtweiß-Institut für Wasserbau, TU Braunschweig

 

"Wasser als internationales Gut - BMBF- Forschungsverbund EWATEC-COAST, Vietnam"

Es wird ein Überblick zum Schwerpunkt “Wassermanagementsystem“ im Forschungsverbund “EWATEC-COAST - Technologien zum nachhaltigen Gewässer- und Umweltschutz von Küstenlandschaften in Vietnam“ gegeben. Der Schwerpunkt enthält die Teilprojekte Meteorologie und Klimawandel, Oberflächenwasser, Grundwasser, Küstenschutz, Mangrovenökosysteme und aquatische Organismen. Wesentliche Komponenten wurden in ein modellbasiertes Managementsystem eingebracht und auf eine Küstenregion südöstlich von Saigon angewendet. Das System wird von Umweltbehörden zur Planung eingesetzt.  

 

- Capacity Building:

 

Prof. em-. Dr-. mult. Dr. h. c. Müfit Bahadir

Leichtweiß-Institut, Exceed Program, TU Braunschweig, MBWG

 

"Internationale Kooperation und Capacity Building für Nachhaltige Wasserwirtschaft"

Für Nachhaltige Entwicklung in der Dritten Welt ist sauberes Süßwasser eine Schlüsselressource. Durch Aufbau von Nord-Süd und Süd-Süd Netzwerken leisten Braunschweiger Wissenschaftler einen Beitrag zum Knowhow Transfer in Bildung und Ausbildung sowie angepasste Technologien zur Nachhaltigen Wasserwirtschaft in diesen Ländern. Mit Verbesserung der Lebensbedingungen ist auch eine Verminderung der politischen und sozialen Unruhen zu erwarten. Am Beispiel von aktuellen Projekten wird dies beispielhaft dargestellt.

 

4. Donnerstag, den 10. August 2017

 

Wasser als Konfliktherd

 

- Anrainerprobleme:

 

Prof. Dr. Ulrich Menzel

Institut für Sozialwissenschaften, TU Braunschweig, MBWG

 

"Verteilungskonflikte um das Wasser grenz-überschreitender Flußsysteme am Beispiel von Nil und Jordan"

Stehende oder fließende Oberflächengewässer sind ein Allmendegut. Da niemand von der Nutzung ausgeschlossen werden kann, aber Rivalität zwischen den Nutzern herrscht, bedarf es der Verregelung. Sonst droht die „Tragedy of the Commons“.  Dies gilt besonders für grenzüberschreitende Gewässer. Grundsätzlich sind zwischenstaatliche Abkommen denkbar, bei denen alle gewinnen können. Harte Konflikte sind dann zu erwarten, wenn das Wasser von elementarer Bedeutung für die Anrainer ist, wenn der Verteilungskonflikt in andere Konflikte eingebettet ist und wenn es Machtungleichgewichte gibt, die zur Selbsthilfe verleiten, um den Wasserbedarf auf Kosten anderer zu decken. Anhand der Beispiele Nil und Jordan werden die Konflikte erläutert und Versuche vorgestellt, sie auf kooperative Weise einzuhegen.

 

- Water-Footprint:

 

Prof. Dr. Bülent Topkaya

Dept. of Environmental Engineering, Akdeniz University Antalya

 

"Das Euphrat-Tigris-Flusssystem: Vorschläge für die

nachhaltige Entwicklung der Region"

Das Euphrat-Tigris-Becken ist durch ernsthafte Wassermanagementprobleme zwischen den Anrainerstaaten gekennzeichnet. Da die Forderungen dieser Länder die vorhandenen Wasserressourcen übersteigen, liegt ein schwerer Konflikt zwischen den Anrainerstaaten der Einzugsgebiete bezüglich der Zuteilung von Wasser. Durch Anwendung der Wasser Fußabdruck Methodologie könnte das vorhandene Wasserpotenzial der Flüsse ausreichen, um die aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Anrainerstaaten zu decken.

 

5. Montag, den 4. September

   

Wasser und Pflanze

 

- Wasserwerk Wald:

 

Dr. Jürgen Müller

Institut für Waldökosysteme, Thünen-Institut Eberswalde

 

"Die Rolle der Baumarten im Landschafts-wasserhaushalt"

Vor dem Hintergrund eines geringer werdenden Wasserdargebotes einerseits und der guten Qualität des Sickerwassers unter Wald andererseits stellt sich zunehmend die Frage nach der wasserwirtschaftlichen Leistung des Waldes im Landschaftswasserhaushalt. Die Bedeutung gerade der Waldareale als Wasser-lieferanten hat deshalb wesentlich zugenommen. Die Produktion von Wasser in Qualität und Menge ist nach der Holzproduktion die wichtigste materielle Leistung des Waldes.

 

- Pflanzenzüchtung:

 

Prof. Dr. Frank Ordon

Resistenzforschung und Stresstoleranz, Julius Kühn-Institut Quedlinburg

 

"Anpassung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen an Trockenstress - Pflanzenzüchterische Möglichkeiten"

Zunehmende Trockenperioden, insbesondere in den Frühsommer- und Sommermonaten,  erfordern die genetische Anpassung unserer Kulturpflanzen an sich verändernde Produktionsbedingungen. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen der Pflanzenzüchtungsforschung und der Pflanzenzüchtung heute eine Vielzahl molekularer und biotechnologischer Verfahren zur Verfügung, deren Einsatzmöglichkeiten zur Verbesserung der Trockenstresstoleranz bzw. Wassernutzungseffizienz an ausgewählten Beispielen aufgezeigt werden.

 

6. Mittwoch, den 4. Oktober 2017

   

Schadstoffe im Wasser

 

- Spurenstoffe:

      

Prof. Dr. Klaus Kümmerer

Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltwelt-chemie, Leuphana Universität Lüneburg

 

"Unser aller tägliche Spurenstoffe - Wie können wir das Wasser davor schützen?"

Mit der Abwasserreinigung konnte der Eintrag von Stoffen in unsere Gewässer deutlich verringert werden. Zwischenzeitlich mussten wir aber lernen, dass es nicht mehr große Mengen einiger weniger Stoffe sind, die unsere Gewässer und Wasservorräte verschmutzen, sondern eine Unzahl von Stoffen in sehr niedriger Konzentration. Sehr oft handelt es sich um Stoffe aus Produkten, die wir täglich nutzen und deren Eintrag ins Abwasser unvermeidlich mit ihrer Nutzung verbunden ist. Was können wir tun?"

 

Prof. Dr. mult. Dr. h. c. Ewald Schnug,

Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde, Julius Kühn- Institut Braunschweig

 

„Wie schützen wir Grund- und Trinkwasser vor der Landwirtschaft?“

Landwirtschaftliche "Gefährder" Nr. 1 für Grund- und Trinkwasser sind Düngemittel, insbesondere Nitrat aus Wirtschafts- und Handelsdüngern. Abhilfe sollen betriebliche Nährstoffbilanzen bringen, tun es aber nicht, weil wirksame ordnungsrechtliche Maßnahmen fehlen. Uran aus mineralischen Phosphordüngern belastet zunehmend das Wasser. Dies Problem kann  bei der Düngemittelherstellung wirkungsvoll gelöst werden. Toxine und Krankheitserreger in Recycling-düngern können durch Verbrennung beseitigt werden.

 

Zusatzprogramm Exkursion

 

7. Samstag, den 7.Oktober 2017, 8.00 bis

18.00 Uhr                    

 

Prof. Dr. mult. Dr. h. c. Ewald Schnug und

Prof. Dr. Otto Richter, Präsident der BWG

   

Ganztägige, Experten-geführte wissenschaftliche Exkursion zu

 

"Bergbau im Harz und Schwermetalle im Wasser",

 

einschließlich Besuch des Oberharzer Wasserregals und der Harzwasserwerke an der Granetalsperre.

 

Buskosten ca. 30,--€ pP Vorkasse; Mindestteilnehmerzahl: 35 Personen; Rucksackverpflegung;

Anmeldung per email bis zum 23. Juni 2017 bei:

wird noch bekannt gegeben

 

 

Akademie-Vorlesungen im Schloss "Wellen - Phänomen und Symbol"

 

Kulturinstitut der Stadt Braunschweig, Roter Saal, Schlossplatz 1

38100 Braunschweig

 

Di., 04.04.

Mi., 03.05.

Di., 20.06.

 

jeweils 18.30 Uhr

Feierliche Jahres-versammlung, Wissenschaftliches Kolloquium  und Verleihung der Carl Friedrich Gauß-Medaille 2017

 

Fr., 05.05.2017,

09.30 Uhr:

Kolloquium "Planet Ozean - Forschung zur Zukunft von Mensch und Meer"

 

14.00 bis 15.30 Uhr:

Historische Stadtführung durch die Braunschweiger Innenstadt

 

16.00 Uhr:

Feierliche Jahresversammlung

 

Veranstaltungsort:

Bürgermeisterzimmer und Dornse des Altstadtrat-hauses der Stadt Braun-schweig, Altstadtmarkt

Vortragsreihe

"Wasser - Lebens-grundlage und Konflikt-stoff"

 

Mo., 22.05., Do., 08.06., Mo., 10.07., Do., 10.08., Mo., 04.09., Mi., 04.10.,  

jeweils 19.00 Uhr

Sa., 07.10.: Exkursion

Zeit: 8.00 - 18.00 Uhr

 

Veranstaltungsort:

Haus der Wissenschaft

Pockelsstraße 11

38106 Braunschweig

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