Die Plenarversammlung sind interne BWG-Veranstaltungen. Interessierte Wissenschaftler/-innen, die teilnehmen möchten, werden gebeten, sich vorher an den Präsidenten der BWG, Prof. Dr.

Otto Richter, zu wenden:


Tel.: +49 (0531)14466

info@bwg.niedersachsen.de

 

Der Präsident

der Braunschweigischen

Wissenschaftlichen Gesellschaft

Prof. Dr. Otto Richter

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Die nächste Plenarversammlung der BWG, an der eine Teilnahme möglich ist, findet am Freitag, 12. Oktober 2018, 16.00 Uhr, statt.

 

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

hiermit lade ich ein zu einer gemeinsamen Plenarversammlung (Plenartag) unter dem Thema „Ursprung des Lebens“ am

 

Freitag, 12. Oktober 2018, 16.00 Uhr,

im Haus der BWG, Braunschweig, Fallersleber-Tor-Wall 16.

 

Ich freue mich, an diesem Tag die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen als Gast begrüßen zu können, die auch das Vortragsprogramm gestaltet.

 

Tagesordnung
 

1. Begrüßung

2. Vorträge

 

Joachim Reitner

Geowissenschaftliches Zentrum, Abtlg. Geobiologie, Georg-August-Universität Göttingen:

Geobiologie der Archaischen Erde – Eine Spurensuche vor rund 4000 Millionen Jahren“

 

Helge Mißbach

Max-Planck-Institut für Sonnensystem-Forschung, Göttingen

„Aus Anorganik wird Organik – die Bildung einfacher organischer Verbindungen mittels abiotischer Synthese“

 

3. Diskussion

 

Im Anschluss an die Sitzung um ca. 18:00 Uhr lädt die BWG zu einem Glas Wein ein, um den Gedankenaustausch in ungezwungener Form fortzusetzen.

 

Mit kollegialem Gruß

Ihr

 

Otto Richter

 

Abstracts

Thema: Ursprung des Lebens

 

Prof. Dr. Joachim Reitner

Geowissenschaftliches Zentrum, Abtlg. Geobiologie, Georg-August-Universität Göttingen und Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

jreitne@gwdg.de

 

Geobiologie der Archaischen Erde - Eine Spurensuche vor rund 4000 Millionen Jahren

 

Das Leben auf der Erde lässt sich auf vielleicht mehrere gemeinsame Vorfahren zurückführen, die vor rund 4,2-4 Milliarden Jahren gelebt haben müssen. Diese werden nach der Abkürzung ihres englischen Namens als LUCA (Last Universal Common Ancestor) bezeichnet, sind wahrscheinlich in einem 50 bis 80 Grad Celsius heißen anaeroben Umfeld entstanden. Die nötigen organischen Bestandteile eines Mikroorganismus entstanden schon in der früheren präbiotischen Welt vor weit mehr als 4 Milliarden Jahren. Bestimmte Mineralien und Metalle spielten dabei als Katalysatoren eine zentrale Rolle. Wie sich dann Leben gebildet hat, also ein Organismus, der Stoffwechsel betreibt und sich fortpflanzt, d. h. Information weitergibt, ist noch nicht bekannt. Vor ca. 3,9 Milliarden Jahren gab es einen letzten    Höhepunkt schweren kosmischen Bombardements („Late Heavy Bombardement“) auf der Erde. Damals trafen Objekte mit Durchmessern von mehreren Kilometern die Erde in hoher Frequenz. Mikroorganismen angepasst an heiße Umgebungen überlebten wahrscheinlich diese planetare Katastrophe vermutlich in der damaligen basaltischen Erdkruste. Nach diesem Ereignis beruhigt sich das kosmische    Geschehen und es gibt längere Phasen ökologischer Stabilität und somit eine nachhaltige Entwicklung unterschiedlicher anaerober Ökosysteme, die durch die damaligen geologischen Rahmen-bedingungen kontrolliert wurden. Die LUCA der heutigen Bakterien und Archaeen sind in dieser Zeit vermutlich entstanden. Das besondere des frühen archaischen Zeitalters ist, dass es noch keine Plattentektonik im heutigen Sinne gegeben hat und Kontinente mit einem granitischen Kern nur in Form kleiner Inseln vorhanden waren. Die Erde war eine Wasserwelt mit einer heißen Mg-reichen ozeanischen Kruste. Ein wichtiger Prozess war die Wechselwirkung des Ozeanwassers mit der ozeanischen Kruste, was zu erheblichen hydrothermalen Prozessen geführt und Lebensprozesse begünstigt hat. Die frühe archaische ozeanische Kruste („Greenstone Belts“) war durchzogen mit einer Vielzahl von km-langen Spalten (Veins), die mit Kieselsäure (SiO2-Chert) ausgefüllt wurden. Diese Spalten sind angereichert mit organischem Material, jetzt Kerogen, und stellten vermutlich auch einen besonderen mikrobiellen Lebensraum dar („Deep Biosphere“). Es ist evident, dass ozeanisches Wasser über diesen Weg durch die Kruste gepumpt wurde und ozeanisches organisch-biologisches Material (Corg) in den Chert-Spalten zusätzlich abgelagert wurde, das vermutlich durch anoxygene Photosynthese entstanden ist. Dieser Vorgang stellt einen erheblichen CO2-Sink dar. Außerdem wurden durch diesen Pumpprozess auch erhebliche Mengen an Karbonat (Ccarb)in den Zwischenräumen von Pillow-Basalten abgelagert, die ebenfalls zu einer signifikanten Reduzierung des ozeanischen CO2 geführt haben. An den Rändern vulkanischer Inseln kam es zur Bildung erster Stromatolithe (mineralisierte mikrobielle Systeme) unter sauerstofffreien Bedingungen. Die ältesten Fossilien und/oder Chemofossilien von Mikroorganismen und deren mineralisierte Produkte, die bisher gefunden worden sind, haben ein Alter von rund 3,6-3,5 Milliarden Jahren.

 

Dr. Helge Mißbach

Max-Planck-Institut für Sonnensystem-Forschung, Göttingen

helge.missbach@geo.uni-goettingen.de

 

Aus Anorganik wird Organik - die Bildung einfacher organischer Verbindungen mittels abiotischer Synthese

 

Abiotische Synthesereaktionen sind eine Quelle relativ einfacher organischer Moleküle in natürlichen Systemen und könnten somit Grundbausteine für die Entstehung des Lebens auf der Erde (oder anderswo in unserem Sonnensystem) geliefert haben. Das wohl bekannteste Beispiel einer abiotischen Synthese ist das in den frühen 1950er Jahren durchgeführte Experiment von Miller und Urey, in welchem die beiden Wissenschaftler unter anderem Aminosäuren durch elektrische Entladung in einer primitiven Atmosphäre erzeugt haben. Diesem Experiment folgten bis heute viele weitere Studien,   vor allem mit dem Ziel die initialen und weiterführenden Prozesse auf dem Weg zur Entstehung des Lebens auf der Erde zu ergründen und die großen Wissenslücken zu verkleinern. In diesem Vortrag wird eine kurze Zusammenfassung über abiotische Syntheseprozesse und andere mögliche Quellen einfacher organischer Moleküle gegeben. Der Fokus wird dabei auf Fischer-Tropsch ähnlicher (FTT) Synthese in hydrothermalen Systemen und die wichtige Kopplung dieser Prozesse mit Serpentinisierungs-reaktionen liegen. Anhand von aktuellen Forschungsergebnissen wird demonstriert, dass FTT Reaktionen zu einer Vielzahl von Kohlenwasserstoffen und sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffderivaten führen. Abschließend wird dargelegt, wie diese Ergebnisse ebenfalls als wichtige Grundlage zur Unterscheidung von biologischen und nicht-biologischen organischen Signaturen bei der Suche nach (frühem) Leben auf der Erde bzw. in unserem Sonnensystem dienen können.

 

 

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Termine 2018

Akademie-Vorlesungen im Schloss 2. Halbjahr

"Rhythmus in Natur und Kultur"

 

Mi., 28.11., 18.30 Uhr

 

Veranstaltungsort:

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Symposium und Workshop
"Das Kulturelle Erbe im Digitalen Zeitalter"

 

Fr., 30.11.2018,

13.00 - 14.30 Uhr (Symposium)

15.00 - 18.45 Uhr

(Workshop)

Herzog Anton Ulrich Museum

Foyer des Apoll

Museumstraße 1

38100 Braunschweig

Terminvorschau 2019

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"Kommunikation und Verständnis"

 

Mi., 27.02.

Di., 12.03.

Mi., 10.04.

Mi., 22.05.

Di., 18.06.

jeweils 18.30 Uhr

 

Veranstaltungsort:

Kulturinstitut der Stadt Braunschweig, Roter Saal, Schlossplatz 1

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